Erste unterliegt abgeklärtem Grebenstein++Reserve mit Herz aber ohne Ertrag
Gianluca Consiglio, 23.03.2026
TSV Hertingshausen – Tuspo Grebenstein 0:2 (0:1)
Der TSV Hertingshausen muss im Heimspiel gegen den Tuspo Grebenstein eine 0:2‑Niederlage hinnehmen. Trotz einer deutlichen Leistungssteigerung im zweiten Durchgang fehlten am Ende Konsequenz, Präzision und das nötige Spielglück, um dem Tabellenvierten etwas Zählbares abzuringen.
Die Gäste aus Grebenstein bestätigten von Beginn an ihre Ambitionen. Ballsicher, dominant und mit klarem Plan kontrollierten sie die ersten 20 bis 25 Minuten, während Hertingshausen zu tief stand und zu selten aktive Wege ins Pressing fand.
Tuspo erarbeitete sich mehrere aussichtsreiche Gelegenheiten, die Gastgeber hatten Mühe, Ruhe in den eigenen Aufbau zu bekommen. Erst nach rund einer halben Stunde fand der TSV besser ins Spiel, zeigte mehr Entschlossenheit und suchte mutiger den Weg nach vorne.
Doch genau in diese Phase hinein erwischte es den TSV eiskalt:
Ein sauber ausgespielter Umschaltmoment der Gäste führte in der 38. Minute zum 0:1, das auch den Pausenstand markierte – und nach Spielanteilen bis dahin nicht unverdient war.
Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der TSV sichtbar verbessert. Die Müller-Elf schob höher, kombinierte dynamischer und zeigte endlich die nötige Präsenz in den Zweikämpfen. Hertingshausen übernahm phasenweise die Kontrolle – doch ausgerechnet in dieser besseren Phase folgte der nächste Rückschlag:
In der 55. Minute nutzte der Tuspo einen Fehler im Aufbau resolut aus und stellte auf 0:2.
Trotz des erneuten Nackenschlags blieb der TSV im Spiel: aggressiver im letzten Drittel, mit mehr Risiko und einer Reihe guter Abschlussgelegenheiten, die allerdings ungenutzt blieben. Der Anschlusstreffer wäre zu diesem Zeitpunkt absolut verdient gewesen, doch entweder fehlten Zentimeter, die letzte Präzision – oder Grebenstein verteidigte kompromisslos.
Hertingshausen drängte weiter, erhöhte das Tempo und zwang Grebenstein immer wieder zu kleinen Fehlern. Die Gastgeber versuchten alles, ohne aber die nötige Durchschlagskraft zu entwickeln. Der Tabellenvierter verteidigte seine Führung reif herunter und ließ sich auch in der hitzigeren Schlussphase nicht aus der Ruhe bringen.
Fazit:
Der TSV Hertingshausen zeigte besonders in der zweiten Halbzeit eine Leistungssteigerung, erarbeitete sich echte Chancen und bewies Moral. Gleichzeitig aber war die Niederlage bei nüchterner Betrachtung nicht unverdient:
- Zweite Bälle oft zu spät
- Zu lascher Zugriff in der Anfangsphase
- Zu viele Fehler im Spielaufbau, die den eigenen Rhythmus zerstörten
- Entscheidende Szenen zu ineffizient ausgespielt
Es war in der zweiten Hälfte kein schlechtes Spiel – aber auch keines, in dem der TSV seine maximale Schärfe auf den Platz brachte. Mit etwas mehr Sauberkeit und Konsequenz wäre ein Punkt drin gewesen, vielleicht sogar mehr. Doch unterm Strich war Grebenstein das abgeklärtere Team.
Die kommenden Wochen bis Ostern werden für den TSV richtig knackig:
Es stehen zwei Derbys auf dem Programm – zuerst gegen Tuspo Rengershausen, danach gegen Eintracht Baunatal.
Partien, in denen nicht nur Punkte, sondern auch Haltung, Präsenz und Derby‑Mentalität gefragt sein werden.
Zeigt der TSV die Intensität der zweiten Hälfte – plus eine bessere Struktur im Aufbau –, dann ist in beiden Spielen deutlich mehr möglich.
TSV Hertingshausen II – SBV 07 Kassel 2:3 (1:1)
Heimauftritt mit Herz – doch der Tabellenführer entführt die Punkte
Der TSV Hertingshausen II hat dem Spitzenreiter SBV 07 Kassel am Sonntag einen intensiven Schlagabtausch geliefert – wurde für eine starke Leistung aber nicht belohnt. Trotz aufopferungsvollem Kampf, großer Moral und einer couragierten Schlussphase verlor die Mannschaft von Andy Klisch und Robin Rathgeber ihr Heimspiel unglücklich mit 2:3.
Die Partie begann wie erwartet: Der Tabellenführer setzte früh Akzente, dominierte die ersten 20 Minuten mit langen Ballbesitzphasen und versuchte, Hertingshausen tief in die eigene Hälfte zu drücken.
Der TSV aber reagierte reif, staffelte sauber, verteidigte kompakt und verhinderte klare Abschlüsse.
Dann jedoch der erste große Aufreger:
Ein äußerst strittiger Strafstoß, den viele im Sportpark Hertingshausen nicht nachvollziehen konnten. Omeirat, Kassels Top-Torjäger, verwandelte zum 0:1 aus Sicht des TSV.
Der TSV ließ sich aber nicht beeindrucken. Im Gegenteil: Die Klisch/Rathgeber‑Elf spielte mutiger, suchte die Tiefe und drängte immer wieder auf den Ausgleich.
Doch in der 77. Minute der nächste Nackenschlag: Erneut Elfmeter für Kassel. Wieder trat Omeirat an. Wieder Tor. 1:3.
Hertingshausen stand kurz davor, sich geschlagen zu geben – tat es aber nicht. Mario del Colle, wie so oft hellwach, nutzte wenige Minuten später eine Unordnung im Strafraum und traf zum 2:3‑Anschluss.
Die letzten zehn Minuten gehörten komplett dem TSV:
- Hertingshausen schob den SBV tief in deren Hälfte,
- gewann die zweiten Bälle,
- brachte Flanken und Abschlüsse,
Der TSV Hertingshausen II zeigte gegen den Spitzenreiter eine reife, disziplinierte und mutige Leistung.
Drei Elfmeterentscheidungen prägten die Partie – zwei davon gegen den TSV. Trotzdem blieb Hertingshausen ständig im Spiel, zeigte Moral, Haltung und eine beeindruckende Reaktion nach Rückschlägen.
Die Art und Weise aber macht Mut: Der TSV hat bewiesen, dass er mit jeder Mannschaft der Liga auf Augenhöhe agieren kann.
Kommende Woche reist Hertingshausen zum FSV Kassel. Mit der Leidenschaft und Konsequenz aus diesem Heimspiel ist dort definitiv etwas Zählbares möglich.